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63 Jugendliche möchten in den Jugendrat: Neue Gesichter, Altbekannte und schon fast Gewählte

30.10.2019

63 junge Düsseldorferinnen und Düsseldorfer möchten sich für Jugendliche einsetzen. Sie kandidieren für den neuen Jugendrat, der Ende November gewählt wird, und stellten sich am Mittwoch im Rathaus vor.

[Alle Kandidatinnen und Kandidaten mit Fotos, Stadtbezirken und Zielen findest du hier bei youpod.de.]

Für viele der 63 Jugendlichen war es ein aufregender Tag. Viele saßen zum ersten Mal im Sitzungssaal des Rathauses. Bürgermeister Friedrich G. Conzen war da, der Abteilungsleiter Jugendförderung Wendelin Dutenhöfer, der Geschäftsführer des Jugendrates Maximilian Lommel, die Presse und so viele andere Jugendliche, die auch in den Jugendrat möchten. Aber nur die Hälfte wird es schaffen, denn der Jugendrat hat 31 Plätze. 

Und jetzt sollen sich die Jugendlichen auch noch in den Wahlkampf stürzen und für sich selbst werben. 

Nur eine Kandidatin in Stadtbezirk 2

Alles neu ist es auch für Jill Feineis. Die 15-Jährige will sich für Umweltschutz und Tierschutz einsetzen – und als Leistungssportlerin auch für Sport. Jill möchte die vier Wochen bis zur Wahl nutzen, möglichst viele Wählerinnen und Wähler in ihrem Stadtbezirk 10 (Garath, Hellerhof) sollen sie kennen. Allerdings kann sie entspannt sein. Wenn sie nur eine Stimme erhält, ist sie Mitglied des neuen Jugendrats. 

Pro Stadtbezirk soll mindestens ein Mädchen und ein Junge gewählt werden. In jedem Stadtbezirk gibt es unterschiedlich viele Sitze. Mal können vier Jugendliche gewählt werden, mal drei. In Jills Stadtbezirk 10 sind es zwei. 

Jugendliche machen Wahlkampf

Mehr kämpfen muss Gurjinder Singh. Der 17-Jährige kandidiert in Stadtbezirk 1 (Altstadt, Carlstadt, Stadtmitte, Pempelfort, Derendorf, Golzheim). Dort kandidieren sieben Jugendliche. Es gibt drei Sitze zu vergeben. "Ich habe schon alle Schulen in dem Stadtbezirk angeschrieben", erklärt Gurjinder. "Einige haben schon zugesagt, dass ich mich dort als Kandidat vorstellen kann." Gurjinder macht eine Ausbildung beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Er möchte sich vor allem für niedrigere Mieten einsetzen. Auch Flyer hat er bereits gedruckt.

Sein Freund Arthur Becker (19) hilft Gurjinder beim Wahlkampf. Arthur kandidiert zwar selbst für den Jugendrat, aber im Stadtbezirk 5 (Stockum, Lohausen, Kaiserswerth, Wittlaer, Kalkum, Angermund). Dort ist er der einzige männliche Bewerber auf die beiden Sitze. Das bedeutet, dass er nur eine Stimme benötigt, um gewählt zu sein. "Ein bisschen Werbung möchte ich aber auch für mich selbst machen", sagt Arthur. Die Leute sollen wissen, wer er ist und dass er sich für mehr kostenfreie Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche und für die Wirtschaft einsetzt. Er hat sich bewusst dagegen entschieden, Klimaschutz als Schwerpunktthema zu nennen. "Das wird häufig genannt", findet er. Jugendliche sollen sehen, dass im Jugendrat auch Vertreter anderer Themen sitzen. 

Klimaschutz ist das häufigste Thema

Auch für Vito Wilmes (15) ist Umwelt nicht das erste Thema. "Digitale Infrastruktur und Jugendaustausch mit Partnerstädten", nennt er zuerst für seine Kandidatur im Stadtbezirk 4 (Oberkassel, Heerdt, Lörick, Niederkassel). Er möchte in Sachen Umwelt andere Akzente setzen: Radwege sinnvoll ausbauen, Busse und Bahnen stärken.

Umwelt und Klima – das sind tatsächlich die Themen, die die Jugendrats-Kandidatinnen und Kandidaten am häufigsten bei ihrer Bewerbung angegeben haben. 40 Jugendliche nannten sie, auch Alina Seibel (15) und Maike Hinzen (15) aus dem Stadtbezirk 8 (Eller, Lierenfeld, Vennhausen, Unterbach). "Ich setze mich für Tiere und Müllvermeidung ein", sagt Alina. "Außerdem kommt der ÖPNV bei uns in Eller oft zu spät und die Ampelschaltung ist nicht gut." Deswegen möchte sie auch etwas an der Verkehrspolitik ändern. Maike möchte sich neben der Umwelt auch für Jugendliche mit psychischen Problemen einsetzen. "Jugendliche trauen sich meistens nicht, darüber zu reden", sagt Maike. "Sie haben Angst, fertig gemacht zu werden und holen sich keine Hilfe."

Neue Erfahrungen und große Möglichkeiten im Jugendrat 

Für alle 63 Kandidatinnen und Kandidaten ist der Jugendrat eine große Chance, sich für die Belange der Jugendlichen einzusetzen. Einige haben sogar schon Erfahrung. Lukas Mielczarek (19) und Celine Holz (18) sind bereits im noch aktuellen Jugendrat und möchten wiedergewählt werden. 

Lukas wird die Wiederwahl wohl als einziger männlicher Kandidat im Stadtbezirk 6 (Lichtenbroich, Unterrath, Rath, Mörsenbroich) schaffen. Er ist mittlerweile bekannt als einer der Organisatoren von Fridays for Future Düsseldorf. "Dazu wurde ich vor allem durch meine Jugendrat-Rolle", sagt Lukas und erinnert sich: Er kam dazu und wusste nicht viel über die politischen Gremien in der Stadt. "Das war absolut neues Terrain", sagt er. Er lernte immer mehr, meldete sich in Sitzungen, wurde gehört, ernst genommen und reichte schließlich als Jugendrat den Antrag auf Klimanotstand in den Rat ein, der angenommen wurde. "Wir haben viel erreicht, ich habe viele Erfahrungen machen können, jetzt will ich weitermachen und meine Themen Umweltschutz, Vielfalt und das Aufheben der Handyverbote an Schulen fortsetzen", sagt Lukas. 

"Die Möglichkeiten im Jugendrat sind groß", findet Celine. Sie war nicht von Anfang an im aktuellen Jugendrat, sie rückte nach. "Ich hatte nur einen kurzen Eindruck, möchte aber unbedingt weitermachen." Bei Jugendlichen ist das politische Engagement geweckt, sagt sie. Und das kann man im Jugendrat überparteilich ausleben. "Hier geht es um die Sache und nicht um die Partei", sagt Celine, das gefalle ihr besonders gut. Celine tritt im Stadtbezirk 7 an (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath, Knittkuhl) 

Jugendratswahl am 27. November

Alle Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen und fünften Jugendrat stehen online beim Jugendportal youpod.de.

Insgesamt haben sich 35 Mädchen und 28 Jungen in den zehn Stadtbezirken beworben. Alle sind zwischen 13 und unter 21 Jahren alt.

Kinder und Jugendliche, die am 27. November 2019 (Wahltag) mindestens elf Jahre alt sind, noch nicht 21 Jahre alt sind und ihren Hauptwohnsitz in Düsseldorf haben, können am 27. November ihre Stimme abgeben. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. Weitere Infos zur Jugendratswahl gibt es hier bei youpod.


Link zum Jugendrat bei youpod.

von jt/youpod

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