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Körperkult & Schönheitsideale 

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Spätestens wenn die Pubertät beginnt, wird der eigene Körper zum ganz großen Thema. In dieser Lebensphase verändert sich der Körper mit jedem Tag ein bisschen mehr. Schamhaare und Brüste wachsen unkontrolliert, die Stimme verändert sich und zu allem Überfluss verursachen die Hormone eine emotionale Achterbahnfahrt. 

Die körperlichen Veränderungen in der Pubertät bringen die Selbstwahrnehmung gehörig aus dem Gleichgewicht. Das Aussehen spielt in dieser Selbstfindungsphase eine entscheidende Rolle und man muss seinen Körper neu kennenlernen. 

Dabei orientiert man sich vor allem an der eigenen Umwelt und bestehenden Schönheitsidealen. Dazu gehören auch retuschierte Werbung, perfekt inszenierte Selfies von Stars auf Instagram und Magermodels bei Germany’s Next Topmodel. 

"Der Körperkult beschreibt ein Streben nach einer körperlichen Attraktivität, die sich überwiegend an Vorbildern in den Medien orientiert."

Dass die Bilder eher selten der Realität entsprechen, wird gerne übersehen. Durch die bestehenden und oft unerreichbaren Schönheitsideale wächst die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper immer schneller. 

"Jugendliche gehen sehr kritisch mit ihrem eigenen Körper um…." 

             (Dr.Sommer Studie 2016)

Nur die Hälfte (52%) der Mädchen und 67 % der Jungen sind (laut BRAVO Dr.-Sommer-Studie 2016) mit ihrem Körper zufrieden. Mädchen finden sich zu dick und Jungen zu wenig muskulös. Die Mehrheit (78%) meint auch, dass es einen Zusammenhang zwischen Beliebtheit und "Dünn sein" gibt. 
Ob gewollt oder nicht, der "Körperkult" hat alle fest im Griff. Die Wahrnehmung und Darstellung des eigenen Körpers, aber insbesondere körperliche Attraktivität hat einen extrem hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. So verwundert es nicht, dass auch Jugendliche ihren Körper "benutzen", um sich zu inszenieren und präsentieren.

Den Körper zu gestalten, zu formen und zu "verschönern" hilft dabei sowohl mit sich selbst, als auch mit der Außenwelt in Kontakt zu treten, sich zugehörig zu fühlen oder individuell abzugrenzen. 

Ob nun Kosmetik und Mode, Piercings und Tattoos, Ausdauer- und Krafttraining oder auch Diäten und Schönheitsoperationen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache der eigene Stil wird nach außen sichtbar und vor allem anerkannt. Diese Veränderungen können positive Auswirkungen mit sich bringen, solange man es nicht übertreibt. 

Denn wenn man sich an unerreichbaren Schönheitsidealen orientiert, kann das Streben nach Veränderung sehr schnell in einen Zwang umschlagen oder sogar krankmachende Auswirkungen haben. Schön sein, beliebt sein, sich abgrenzen – dafür nimmt man einiges in Kauf, sogar seine eigene Gesundheit.

Viele wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der ausufernde Körperkult und ein falsches Körperbewusstsein zu Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, selbstverletzendem Verhalten (Ritzen) und vor allem Essstörungen führen können.

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