Die meisten Jugendlichen sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das Problem: Einige erhalten gar keine Lehrstelle. Und wer eine bekommen hat, klagt in vielen Fällen über Überstunden. Das ergibt eine Umfrage der DGB-Jugend NRW bei 7500 Auszubildenden in Nordrhein-Westfalen.


Der Abteilungsleiter der Deutschen Gewerkschaftsbund-(DGB)-Jugend NRW, Eric Schley, sieht in Nordrhein-Westfalen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen. Diese Erkenntnis präsentierte Schley als zentrales Ergebnis der Umfrage. Er stellte den Ausbildungsreport am Donnerstag in Düsseldorf vor.

"Zwei-Klassen-Gesellschaft"

Die große Mehrheit der Auszubildenden gebe an, dass sie keinerlei Schwierigkeiten hatte, ihren Ausbildungsplatz zu bekommen. "Demgegenüber stehen in NRW rund 24.000 junge Menschen, die auch nach längerer Suche leer ausgegangen sind und ohne Ausbildungsstelle verbleiben", sagte Schley. Darunter seien viele junge Leute mit gutem Schulabschluss.

Ohnehin gibt es immer mehr Bewerber mit Abitur. Durch den doppelten Abi-Jahrgang sei deren Anzahl um 35 Prozent gestiegen. Die DGB-Umfrage ergab, dass diese Jugendlichen deswegen keinen Ausbildungsplatz erhalten, weil es zu wenig Stellen in ihrem Wunschbereich gibt. "Das kann man den Jugendlichen kaum vorwerfen: Ein Abiturient, der Bankkaufmann oder Industriekaufmann werden will, wird verständlicherweise lieber vorerst auf eine Ausbildung verzichten, als stattdessen in der Gastronomie zu lernen", findet Schley.

Zufrieden im Traumberuf

Außerdem gaben die Jugendlichen bei der Umfrage an, zufriedener zu sein, wenn sie ihren Traumberuf ausüben (80 Prozent). Wer zu einer Notlösung gegriffen hat, will den erlernten Beruf später nicht so häufig ausüben (40 Prozent). Die Hälfte der Ausbildungsabbrecher sagt zudem, dass die nicht den richtigen Beruf gewählt hat.

Doch auch bei jungen Menschen, die zufrieden mit ihrer Wahl sind, kann es zu Problemen kommen. Mehr als ein Drittel der Befragten (35,5 Prozent) sagte, Überstunden ständen regelmäßig an. Vor allem Köche und Hotelfachleute sind betroffen. 18,7 Prozent der Befragten erhalten keinen Ausgleich dafür, also keine Bezahlung oder Freizeitausgleich.

Unternehmen sollen handeln

Die DGB-Jugend NRW hat sich umgehört und den Ausbildungsreport veröffentlicht. Sie findet, jetzt sind die Unternehmen und der Gesetzgeber gefragt. Zu wenig Unternehmen in NRW würden ausbilden, nämlich weniger als ein Viertel. "Der DGB NRW fordert eine verpflichtende Ausbildungsquote für alle Unternehmen", sagt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW. Wenn es ein größeres Angebot an Lehrstellen gäbe, nütze das den Jugendlichen und der Wirtschaft.

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Veröffentlicht am 14. November 2013
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