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Hexenjagd - Wenn ein Dorf zur Arena von Verrückten wird

16.06.2017

Am Samstag, den 10. Juni, feierte mit der "Hexenjagd" im Düsseldorfer Schauspielhaus die letzte Inszenierung in dieser Spielzeit ihre Premiere. Ein düsteres Stück, das mit einem sterilen Bühnenbild, einer schauspielerischen Glanzleistung und einem stimmigen Gesamtpaket punktet. Alles ist hier perfekt auf einander abgestimmt - Kostüme, Bühnenbild, Musik, Auf- und Abgänge - und lässt den Zuschauer so tief in die Welt des Dorfes Salem ins 17. Jahrhundert eintauchen. 


Ausgangspunkt der Handlung: 

Das Dorf Salem in Massachusetts wird im Jahr 1692 von einer vermeintlichen "Hexen-Invasion" heimgesucht. Der Gemeindepfarrer Parris erwischt eine Gruppe junger Mädchen nachts im Wald. wie sie halb nackt um ein Feuer tanzen. Am nächsten Morgen ist eine von ihnen krank, hysterisch und jenseitig. Dies weckt die Angst bei den Bewohnern, es könnten höhere Mächte am Werk sein und hier würde es sich um Hexerei handeln. Des Wegen wird der Exorzist John Hale hinzugezogen. Dieser kommt zu dem Schluss, dass ihn Salem der Teufel sein Unwesen treibt. Und die Mädchen wissen scheinbar, mit wem er im Bunde steht. 

Und so beginnt eine wahre Hexenjagd in dem kleinen Dorf, in dem sich niemand mehr sicher sein kann, nicht auch bald beschuldigt und der Hexerei bezichtigt zu werden. Lügen und der nackte Wahnsinn lassen die Dorfbewohner förmlich "durchdrehen". 


Alles in Allem ein intensiver, spannender und düsterer Theaterabend, der einem mit dieser Inszenierung versprochen wird. Meiner Meinung nach sehr zu empfehlen. Es spricht ein alterübergreifendes Publikum an und lässt einen nachdenklich und selbstreflektierend aus dem Central rausgehen. Die Frage, die mich danach beschäftigte war: "Was muss in einem Menschen vorgehen, dass er diesen Wahn Folge leistet und sich diesem in derart voller Breite hingibt?" 

Das Schauspielhaus und das gesamte Ensemble beweist damit auch zum Ende der Spielzeit hin, dass es mit starken Inszenierungen und schauspielerischen Glanzleistungen auf einem Top-Niveau ist und durch die Ambivalenz ihrer Stücke ein breites Publikum anspricht. Da kann man schon jetzt gespannt sein, was das Schauspielhaus in der kommenden Spielzeit zu bieten haben wird. Aber eins ist schon jetzt klar: Das D'haus wird seinem Ruf als eine der Top-Adressen in der Deutschen Theaterwelt wieder gerecht! 


Hexenjagd - von Arthur Mill 
Regie: Evgeny Titov, Bühne: Christian Schmidt, Kostüme: Nicole von Graevenitz, Musik: David Lipp, Licht: Konstantin Sonneson, Dramaturgie: Janine Ortiz 
Mit: Thomas Wittmann, Tabea Bettin, Cennet Rüya Voß, Bianca Twagiramungu, Sebastian Tessenow, Judith Bohle, Lieke Hoppe, Manuela Alphons, Ester Hausmann, Markus Danzeisen, Janna Gangolf, Stefan Gorski, Andrei Viorel Tacu, Florian Lange
Dauer: 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause 

von Marvin

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