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Jugendliche zeigen mit Graffiti-Kunstwerken ihre Sicht auf die Vielfalt der Welt

18.11.2019

Kinderrechte und Graffiti? Wie passt das zusammen?

Mit Graffiti-Kunstwerken hatten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre Gedanken, Gefühle und Meinungen der Welt mitzuteilen. Wenn Worte nicht ausreichen, dann helfen Bilder und Figuren auszudrücken, wie junge Menschen über die heutige Gesellschaft denken. Unterstützt wurden sie dabei von den Graffiti-Künstlern Marc und Joe Henning, der Jugendfreizeiteinrichtung Offene Tür Ritterstraße und dem JugendKULTURcafé Franzmann.

Jugendrechte in Characters

Den Organisatoren der Graffiti-Aktion war es bei der Vernissage am Freitag wichtig zu betonen, dass junge Menschen das Recht haben, ihre Meinung auszudrücken, zu sagen, was sie denken, und gehört zu werden. Manche Themen sind aber zu kompliziert, um sie in Kinderworte zu verpacken und sie bleiben unverstanden. Deshalb durften sie nun "Characters" zum Thema Kinderrechte und Diversität, Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Gesellschaft entwerfen, die dann von den zwei Künstlern in Graffiti-Gemälde umgewandelt wurden.

"Die Kinder haben diese Bilder in den Sommerferien gemeinsam entwickelt und Marc und Joe haben sie dann umgewandelt", erklärt Tim Olbricht, der Leiter des Jugendcafés Franzmann. Die beiden Künstler bieten häufiger Graffiti-Workshops an. Das Geschwister-Duo ist seit 20 Jahren in der Graffiti-Szene aktiv und setzt sich dafür ein, dass sich Jugendliche selbst ausdrücken und verwirklichen können.

Die Kinder und Jugendlichen ließen ihrer Fantasie im Ferien-Workshop freien Lauf und heraus kamen fantastische und unglaubliche Wesen, die an Kreativität nicht zu überbieten waren. Themen wie Geld, Frieden und Unterschiede im Aussehen wurden aufs Papier gebracht.

Und auch an der Realisierung des Projekts durften die Kinder aktiv teilnehmen: Sie machten mit bei der Fassadenbemalung der drei leerstehenden Gebäude an der Ritterstraße in der Altstadt. Auch weitere Interessierte kamen vorbei und machten mit. 

Jugendliche bekommen eine Stimme

"So konnten die Kinder aktiv partizipieren, haben eine Stimme, die sie durch ihre selbstentworfenen Bilder ausdrücken", sagt der Erzieher Elia des Jugendzentrums Offene Tür.

Auch Vertreter der Fridays-for-Future-Organisation waren vor Ort. Llewelyn (20) und Saskia (20) halfen bei der Aktion tatkräftig mit. Sie verewigten eine Graffiti-Zeichnung von Greta Thunberg auf einer Hauswand. Die schwedischen Begründerin der Klima-Bewegung soll sinnbildlich für alle Kinder dieser Welt stehen, die sich für das Klima einsetzen und von Erwachsenen nicht ernst genommen werden.

Für Llewelyn ist die Ignoranz und das Nichts-Tun der Politiker in der Klima-Debatte ganz klar eine Verletzung der Kinderrechte, denn: "Im Grundgesetz steht, dass jeder Mensch und somit auch jedes Kind ein Recht darauf hat, überhaupt zu leben. Jedes Kind hat also das Recht auf eine lebenswerte Zukunft. Und das ist mit der jetzigen Klima-Politik nicht möglich", sagt sie. Es sei ein Armutszeugnis, dass 13-jährige Kinder dafür protestieren müssen, eine Zukunft zu haben.

Aber nicht nur der Anlass "30 Jahre Kinderrechtskonvention" führte dazu, dass die jungen und älteren Künstler tätig wurden. Die drei großen und seit langem leerstehenden Gebäude auf der Ritterstraße brauchten eine Verschönerung. Die Häuser strahlten mit ihren grauen, schmutzigen Fassaden und den zugeklebten Fenstern nur noch Verlassenheit und Dunkelheit aus.

Jetzt fallen den vorbeilaufenden Passanten allerlei Fantasy-Figuren und Character ins Auge, die bei genauerem Betrachten eine tiefer gehende Bedeutung haben.


von Charlotte

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