Warum der Aquazoo erweitert werden soll

Der Aquazoo Löbbecke Museum ist das Zuhause von über 6000 Tieren, darunter zahlreiche Amphibien, Reptilien und vor allem Fische. Insgesamt hält und züchtet der Zoo ungefähr 520 verschiedene Tierarten. Nun soll er erweitert werden. Diesen Vorschlag, den die Stadt finanzieren soll, stellte Direktor Jochen Reiter in Anwesenheit der Jungen Liberalen, Jusos und der Grünen Jugend Düsseldorf vor.

Grund für das Vorhaben ist vor allem die Ermöglichung einer artgerechten und modernen Haltung für alle Tiere. “Wenn wir eine moderne Tierhaltung nicht ermöglichen können, dann werden wir das Tier gar nicht halten”, sagt Reiter. In seiner jetzigen Form ist der Aquazoo nämlich deutlich zu klein. Viele Arten brauchen mehr Platz oder mehr Artgenossen, die wiederum größere Aquarien benötigen. Die ersten Tiere, die aufgrund dessen womöglich gehen müssten, wären Publikumslieblinge wie Kuhnasenrochen und das Krokodil. Aus denselben Gründen mussten auch Pinguine den Zoo schon verlassen.

Blick hinter die Kulissen

Eine Führung in die Innenanlagen des Gebäudes zeigt, wie eng es dort ist, und die Vertreter*innen der drei Partei-Jugenden konnten sich so ein eigenes Bild von der Lage machen. Dort werden Hunderte Exponate aufbewahrt, unter ihnen auch einige von großem Wert, die teilweise keine richtige Lüftung bekommen, was sie auf Dauer schädigen kann.

Ein Ausbau des Zoos könnte beispielsweise ermöglichen, diese Exponate auch für reguläre Besucher*innen auszustellen. Auch die Züchtung der Futtertiere könnte dadurch verbessert werden, denn momentan haben die 20 Tierpfleger*innen in den Hinterräumen nur einen sehr schmalen Pfad zu laufen.

Was genau geplant ist

Der bisherige Bauplan sieht zwei neue Gebäude vor: eine Tropenhalle und eine Wasserwelt. Wer schon mal im Aquazoo war, kennt mit Sicherheit bereits die Tropenhalle. Diese kann, so wie sie gerade ist, nicht weiter bestehen, ist aber essenziell für viele Tiere, also soll sie ein eigenes Gebäude bekommen.

Für diesen Ausbau braucht es aber natürlich Geld. Der Zoo kann sich nicht selbst finanzieren und ist daher auf Sponsoren angewiesen. Gerade jetzt ist jedoch sehr umstritten, wohin das städtische Geld fließen soll, denn auch ein Neubau der Oper steht noch zur Diskussion. Einen Shop im Aquazoo gibt es zwar, doch der ist nur 5 m² groß und macht keine besonders hohen Einnahmen.

Ein weiteres Problem ist, dass die neuen Gebäude unterirdisch gebaut werden sollen. Das steigert nicht nur die Kosten, sondern könnte auch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Von 2013 bis 2017 wurde das Gebäude zuletzt saniert, und auch damals kamen schon die Probleme des Platzmangels auf. Diese wurden zunächst zurückgestellt, sind mittlerweile aber unübersehbar.

Artenschutz und Bildung als Argumente

Auf die artgerechte Haltung der Tiere und auch die Bewahrung gefährdeter Tierarten wird im Aquazoo großer Wert gelegt. Beim Eintrittspreis hat jede Besucherin und jeder Besucher deswegen die Möglichkeit, einen Artenschutz-Euro beizutragen. Dies ist ein Spendenbetrag, der für die Förderung des Artenschutzes ausgegeben wird, und bei fast jedem Ticketkauf wird er mitgezahlt.

Auch als Bildungseinrichtung spielt der Aquazoo für viele eine wichtige Rolle. Genau deshalb sehen die anwesenden Partei-Jugenden die Erweiterung grundsätzlich positiv.

Die Kosten bleiben der Streitpunkt

Was jedoch natürlich in Betracht gezogen werden muss, sind die hohen Kosten dieses Ausbaus. “In Zeiten, wo der Staatshaushalt durchaus angespannt ist, müssen wir uns darüber Gedanken machen, wo diese Gelder am besten aufgehoben sind”, sagt Alexander Rübner, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Düsseldorf.

Ob diese Ausgaben sinnvoll sind oder ob die staatlichen Gelder woanders hinfließen sollten, wollen die Beteiligten nun weiter diskutieren. Bei einem zweiten Treffen soll dazu eine weitere Debatte stattfinden.

Ein youNEWS-Beitrag von

Veröffentlicht am 1. April 2026
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