"Wir wollen natürlich unter die ersten Vier kommen, damit wir Heimspielrecht haben", wünscht sich DEG-Stürmer Martin Hinterstocker. Im Interview berichten er, Verteidiger Marco Nowak und Nachwuchstorwart Mathias Niederberger über ihre eigenen Anfänge, die Unterschiede der verschiedenen deutschen Eishockey-Ligen und die Wunschgegner der nahenden Play-Offs.


In dieser Saison läuft es für die DEG Metro Stars einfach rund. Ein junges Team, ein dynamisches Trainergespann und eine beachtliche Siegesserie begeistern die Fans. Damit das auch in der nächsten Saison so bleibt, laufen die Planungen auf Hochtouren. Zwar muss Manager Lance Nethery wegen der geringen Zuschauerzahlen das Budget auch in der nächsten Saison wieder senken, dafür bekommen so aber junge deutsche Spieler wie Martin Hinterstocker (21 Jahre), Marco Nowak (20 Jahre) und Eigengewächs Mathias Niederberger (18 Jahre) Eiszeit. Auch wenn das Team für die kommende Saison noch nicht steht: Martin Hinterstocker und Marco Nowak jedenfalls werden auch in der nächsten Saison für die Rot-Gelben aufs Eis gehen. Sie verlängerten ihre Verträge jüngst um ein Jahr.

Wie seid ihr zum Eishockey gekommen?

Marco Nowak: Als ich in die 8. Klasse gekommen bin, wurden bei uns an der Schule Flyer verteilt. Ich habe mir das Training dann mal angeschaut und bin direkt geblieben.

Martin Hinterstocker: Bei uns im Dorf gab es im Winter immer einen kleinen Eisplatz. Dort haben die Jugendlichen Eishockey gespielt. Ich habe mir aber auch als Kind schon Eishockeyspiele angeschaut und irgendwann habe ich dann in den Jugendabteilungen angefangen, professionell zu spielen.

Wie seid ihr dann nach Düsseldorf gekommen?

Marco: Ich habe vorher in Mannheim gespielt. Aber nach der Hälfte der Saison habe ich mich entschieden, dass es nicht mehr so passt. Durch meinen Agenten bin ich dann nach Düsseldorf gekommen. Und seit 2007 bin ich jetzt hier.

Martin: Aber wir haben hier erst einmal DNL gespielt.

Marco: Ja, Regionalliga, DNL, aber auch in der ersten Mannschaft.

Mathias Niederberger: Ich bin Düsseldorfer, bin hier geboren und habe hier an der Brehmstraße angefangen, Eishockey zu spielen. Der Verein hat mir immer gute Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gegeben, deshalb bin ich hiergeblieben.

Gibt es zu euren Rückennummern eine Geschichte?

Mathias: Nein, eine direkte Geschichte nicht. Als in der DNL-Mannschaft die Nummern verteilt wurden, war ich in einem Torwartcamp in Schweden. Als ich wiederkam, war die 27 noch übrig. Im zweiten Jahr ist das aber schief gelaufen und ich musste die eins nehmen. Aber seit zwei Jahren habe ich wieder die 27 und ich hoffe, das bleibt auch so.

Martin: In der DNL hatte ich immer die 32. In Düsseldorf hatte die aber schon Jochen Reimer und dann habe ich die 24 genommen, weil mein Vater hier in Düsseldorf mit der auch schon gespielt hat.

Marco: Ich habe die 8 seit Beginn an. Wenn es geht, möchte ich daran auch nichts ändern.

Mathias, du spielst in drei verschiedenen Ligen, bei drei verschiedenen Vereinen. Ist es schwer, sich immer wieder auf andere Mannschaften einstellen zu müssen?

Mathias: Ich versuche, in jeder Mannschaft mein Bestes zu geben. Die DNL-Mannschaft kenne ich noch aus dem letzten Jahr und die Jungs in Duisburg kenne ich mittlerweile auch ganz gut. Das ist überhaupt kein Problem, für verschiedene Mannschaften zu spielen.

Worin besteht der Unterschied zwischen Oberliga, DNL und DEL?

Martin: Auch wenn die DNL eine Nachwuchsliga ist, finde ich schon, dass diese Liga sehr professionell ist. Für den Nachwuchsbereich ist das Tempo, das in der DNL gespielt wird, sehr hoch. Aber klar gibt es einen Unterschied zum Seniorenbereich. Wenn du im Seniorenbereich einen Fehler machst, kassierst du ein Tor. Im Nachwuchsbereich passieren noch relativ viele Fehler und Scheibenverluste. Und in der DEL haben die Spieler natürlich auch andere Fähigkeiten als in der DNL beispielsweise.

Gibt es auch Unterschiede zwischen den Schiedsrichtern der verschiedenen Ligen?

Martin: Ich glaube, dass sogar einige DEL-Schiedsrichter auch für DNL-Spiele gesetzt sind. Ich denke nicht, dass es da so einen großen Unterschied gibt.

Erinnert ihr euch an euer erstes DEL-Spiel?

Martin: Das war schon etwas besonderes, auch wenn ich gar keine Eiszeit bekommen habe. Ich saß nur auf der Bank und habe mir das Spiel angeguckt. Das war ein Heimspiel gegen Mannheim.

Marco: Mein erstes DEL-Spiel … (überlegt)

Das war ja dann nicht so positiv …?

Marco: Doch schon, aber ich habe in meinem ersten Jahr ja auch in der Regionalliga und in der DNL gespielt. Aber ich glaube, dass das auch das Mannheim-Spiel war. Ich habe auch nicht viel gespielt. Aber mit auf der Bank zu sitzen war schon toll. Einfach um mal zu sehen, wie das so läuft.

Wie reagiert man denn als Nachwuchsspieler auf die Profis im Team? Oder anders gefragt: Wie reagieren die Profis auf die Youngsters?

Marco: Also man wird nicht als "der Neue" abgestempelt sondern ist gleich ein Teil des Teams. Das Team respektiert dich, jeder steht für jeden ein. Das kann Mathias bestätigen. (Der nickt.)

Was fällt euch spontan ein, wenn ihr "Brehmstraße" hört?

Marco: Walter Köberle.

Mathias: 90er Jahre, viele Meisterschaften. Das Stadion hat eine eigene Seele.

Und "Theodorstraße"?

Mathias: Der Dome ist sehr groß und die Leute müssen sich da noch dran gewöhnen. Denn wenn viele Leute kommen, ist da ja gute Stimmung. Der Dome hat das Potenzial, auch eine eigene Seele wie die Brehmstraße zu bekommen.

Was müsste passieren, dass der ISS Dome noch besser angenommen wird?

Marco: Das Wegbleiben der Zuschauer liegt nicht an uns. Das hat man während unserer Serie in dieser Saison gesehen. Die Leute sollten uns einfach mal besuchen und sich eine eigene Meinung vom Eishockey bilden.

Mathias: Wir haben eine gute Saison und die DEG versucht ja wirklich, mit vielen Aktionen die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen, auch mit uns Spielern. Wir würden uns ein paar Zuschauer mehr wünschen.

Woran liegt denn dieses Wegbleiben?

Mathias: Ich höre immer wieder, dass viele Zuschauer der Brehmstraße nachtrauern, dass die Anbindung des Domes nicht so optimal ist. Gleichzeitig habe ich aber das Gefühl, dass die DEG in den Köpfen der Menschen viel präsenter ist, als je zuvor. Die Zuschauer müssen gedanklich von der Brehmstraße wegkommen und dem Dome eine Chance geben. Da steckt wie gesagt viel Potential drin.

Bei den vielen Trainings, den Spielen und weiteren Terminen … bleibt da überhaupt noch Zeit für Freizeit?

Mathias: Nicht sehr viel. Aber nachmittags habe ich eigentlich immer ein bisschen frei. Diese Zeit ist mir auch wichtig, einerseits um mich zu erholen, aber auch um Freunde zu treffen und mal vom Eishockey abzuschalten. Das ist nämlich auch wichtig.

Marco: Wenn man immer nur mit Eishockey zu tun hätte, würde man irgendwann wirr im Kopf, denke ich.

Wie kam es dazu, dass du der Mann für die Humba bist, Marco?

Marco: Das ist Pressesprecher Frieder Feldmann schuld. Er hat mir in der letzten Saison einfach das Mikro in die Hand gedrückt. Eigentlich ist das nicht mein Ding. Nach seiner Ansprache an die Fans kam Marian (Bazany) in dieser Saison einfach wieder zu mir und sagte "Komm’ Nowi, mach’ die Humba!". Und seitdem mache ich die Humba.

Wenn ich zum ersten Mal zum Eishockey gehe: Worauf soll ich besonders achten?

Mathias: Natürlich auf das schnelle, körperbetonte Spiel, die Stimmung der Fans vor allem im Vergleich zu anderen Sportarten. Und auf die vielen Tore im Vergleich zum Fußball.

Martin: Das Stadion von außen ist schon etwas Besonderes. Und der Einlauf gehört natürlich auch dazu.

Marco: Wenn man das erste Mal kommt, sollte man sich einfach auf diese Atmosphäre einlassen, nicht voreingenommen sein und einfach mal schauen, was passiert. Wenn man nämlich total euphorisch kommt, verlieren wir nachher. Das wäre ja dann auch nicht gut. (lacht)

Welche Rolle spielt denn die Einlaufshow?

Martin: Wir Spieler sehen die ja gar nicht. Zu der Zeit sind wir in der Kabine und stellen uns auf das Spiel ein. Aber ich habe sie schon mal gesehen und sie gefällt mir gut. Die ist schon relativ einmalig.

Marco: Die Einlaufshow gibt dem Fan noch einmal den Kick, jetzt gehts’ gleich los.

Mathias: Die Show heizt natürlich die Stimmung an …

Martin: … wenn das Stadion mal voll ist. (lacht)

Wie sieht das Saisonziel der DEG aus? Die Playoffs sind ja eigentlich sicher.

Martin: Na sicher sind die noch nicht.

Marco: Ziel ist es, so weit zu kommen, wie möglich. Wir denken von Schritt zu Schritt.

Martin: Wir wollen natürlich unter die ersten Vier kommen, damit wir Heimspielrecht haben. Aber das ist wirklich schwierig, die Liga ist dieses Jahr so unglaublich ausgeglichen. Da kann der Erste bis zum Letzten in die Playoffs kommen.

Für Köln dürfte es schwierig werden …

Marco: (lacht) ja!

Martin: Na gut, aber die haben in den letzten Spielen immer gepunktet. Und da unten kämpft Jeder gegen Jeden um jeden möglichen Punkt.

Nach 9 von 12 möglichen Punkten gegen die DEG hat EHC-Coach Pat Cortina nach der knappen DEG-Niederlage am Sonntag gesagt, dass ihr sein Lieblingsgegner in den Playoffs wärt. Wer ist euer Lieblingsgegner?

Marco: Wir sind der Lieblingsgegner? Naja, das kann der Trainer ja sagen, aber in den Playoffs ist sowieso alles anders.

Martin: Gegen wen haben wir denn oft gewonnen?

Mathias: Nürnberg! Nürnberg liebend gerne. Aber ernst gemeint ist das natürlich nicht. In den Playoffs wird alles zurück auf Null gestellt und die Karten werden neu gemischt.

Martin: Köln. Köln wäre natürlich für die Zuschauer super. Krefeld auch. Derbys sind immer super, da haben wir auch keine weiten Anfahrtswege. Und wir hätten mal ein volles Stadion.

Wie sieht es in der DNL aus?

Mathias: In der DNL ist durchaus noch das Finale drin. Die Mannschaft hat sich ja im Vergleich zum letzten Jahr nicht großartig verändert und die Jungs machen einen guten Job.

Information: Das nächste Heimspiel der DEG Metro Stars steht am Freitag, 28. Januar an. Am 6. Februar steht zudem ein Knaller an: Dann reist das Team in die Domstadt. Die DNL spielt am 5. und 6. Februar an der Brehmstraße gegen Krefeld. Tickets und weitere Informationen auf www.deg-metro-stars.de.  

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Veröffentlicht am 21. Januar 2011
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