Diese fünf Jugendorganisationen in Düsseldorf sind sich bei der Wehrpflicht in einem Punkt einig: Einen verpflichtenden Wehrdienst lehnen sie ab. Bei Fragebogen und Musterung gehen die Meinungen jedoch auseinander.
Am Mittwoch, den 4. März, fand im zakk Düsseldorf eine Jugenddebatte zum Thema Wehrpflicht unter dem Motto “#WER? #PFLICHT” statt. Anwesend waren Vertreter*innen der Düsseldorfer Jugendorganisationen Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen), Jusos (SPD), Junge Liberale (FDP), SDS (Die Linke) und der DGB-Jugend (Deutscher Gewerkschaftsbund).
Die Debatte begann mit einer Vorstellungsrunde und drei Fragen an alle Teilnehmenden. Dabei machten sie die Standpunkte ihrer Organisationen deutlich, sodass sich in der dritten Runde eine intensive Diskussion entwickelte. Einen verpflichtenden Wehrdienst lehnten zwar alle ab, doch bei der Frage nach geplanten Musterungen oder Fragebögen gingen die Meinungen auseinander.
Vor allem SDS und die DGB-Jugend sehen eine Wehrpflicht als Eingriff in Grundrechte und äußerten sich klar gegen eine Musterung sowie gegen einen entsprechenden Fragebogen für 18-jährige Männer. Laut SDS handele es sich dabei um eine staatliche “Datensammlung für den Kriegsfall”.
Jusos und Junge Liberale halten staatliche Ausgaben für das Militär als Vorbereitung auf mögliche Konflikte dagegen für wichtig, da man nicht wisse, ob und wann Deutschland angegriffen werden könnte. Eine Wehrpflicht lehnen beide jedoch ebenso wie die Grüne Jugend ab, stehen den Fragebögen aber offen gegenüber. Die Jusos erklärten, dass mehr Gelder fürs Militär “absolut richtig” seien. Die Jungen Liberalen betonten, der Staat müsse wissen, “auf wen er in einem Notfall zurückgreifen kann”.
Weitere Themen der Diskussion waren unter anderem die Frage, ob Frauen ebenfalls an die Front sollten, wie ein Kriegsfall den Staat finanziell beeinflussen würde und wie eine Wehrpflicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
In der dritten Runde durften sich auch junge Zuschauer*innen in den Debattierkreis setzen, um mitzudiskutieren und den Teilnehmenden Fragen zu stellen. Dadurch kamen weitere Perspektiven in die Debatte, die von den Organisationen zuvor nicht angesprochen worden waren.
Für die Schlussrunde musste noch einmal auf die Zeit geachtet werden, doch jede Organisation konnte ein kurzes Abschlussstatement abgeben. Insgesamt zeigte sich bei allen ein klares Nein zu einem verpflichtenden Wehrdienst. Unterschiedlich begründet wurde dieses Nein allerdings trotzdem, und gerade bei Themen wie Fragebogen und Musterung blieben die Positionen deutlich verschieden.


