Es wirkt, als ob sich die Jugendlichen ergeben hätten. Eine neue Studie zeigt: Der Leistungsdruck ist hoch, die Berufsaussichten schlecht – doch der Protest bleibt aus. Der Zusammenhalt mit leistungsschwächeren Jugendliche wird sogar weniger.

Die Studie “Wie ticken Jugendliche?” der “Sinus Markt- und Sozialforschung” hat 14- bis 17-Jährige nach Schule, beruflicher Orientierung, Politik, Gesellschaft, Medien, Religion und Engagement befragt und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis.


Jugendliche kennen den hohen Leistungsdruck, dem sie ausgesetzt sind.

Sie spüren ihn jeden Tag. Marie Dams, ehemaliges Mitglied der BezirksschülerInnenvertretung aus Düsseldorf, beschreibt den Druck so: “Das ist wie ein Damoklesschwert, das ständig über einem schwebt.” Eine bedrohliche Situation, der sich Jugendliche in der Schule und im Alltag ausgesetzt fühlen. “Von allen Seiten bekommen wir gesagt, dass die Jobaussichten schlecht sind”, erklärt die 17-jährige Gymnasiastin.


Die Berufs- und Lebensaussichten sind unsicher, das sei auch laut Sinus-Studie der Eindruck der meisten Jugendlichen in Deutschland. Und trotzdem sei der Optimismus, den Druck zu bewältigen, weit verbreitet.

Ein Großteil der jungen Deutschen will den Druck nicht bekämpfen und protestiert nicht. Vielmehr reagiert er mit Pragmatismus. Nach dem Motto “Irgendwie muss es gehen” verhalten sie sich wie junge Erwachsene und beginnen früh, ihre Karriere zu gestalten.


Laut Schulpsychologin Cornelia Kösters von der Düsseldorfer Schulpsychologischen Beratungsstelle gehe das schon in der Grundschule los. Schon bei den ganz Jungen ist der Druck da, aufs Gymnasium kommen zu müssen.

Kösters weiß, dass sich die Herausforderungen der Schüler in den vergangenen Jahren gewandelt haben. Vor allem gute Abschlüsse seien ein viel größeres Thema geworden.

“Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist groß”, begründet sie. “Schüler haben das Gefühl, viel mehr leisten zu müssen.”


Allerdings geht das nicht allen Jugendlichen so. Eine Ausnahme bilden Schüler aus schwierigen Lebensverhältnissen. Diese sagen resignierend: “Wir haben keine Chance auf eine Berufsausbildung und ein Arbeitsverhältnis.”

Der Umgang mit ihnen verschlimmert diese Einstellung noch: Vor allem Jugendliche aus der Mitte der Gesellschaft meiden und grenzen Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen aus. Deswegen könnten sie leicht abgehängt werden. Die Politik müsse sich für sie einsetzen, fordern die Auftraggeber der Studie.


Zu den Auftraggebern gehören die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die Bundeszentrale für politische Bildung, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, die Bischöfliche Medienstiftung der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Südwestrundfunk.

Sie wollten mit der Studie erfahren, was die Jugendlichen in Deutschland bewegt.


Deutlich wurde vor allem, dass die Lebenswelten sehr unterschiedlich sind und es die eine Jugend nicht gibt.

Bei allen Unterschieden zwischen den Jugendlichen fasst die Studie auch Ähnlichkeiten zusammen. Dazu gehört die unsichere Zukunft, die alle Jugendlichen sehen. Weil das Leben so unsicher wird, sind den Jugendlichen Bedürfnisse wie Sicherheit, Freundschaft und Familie wieder wichtiger.

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Veröffentlicht am 30. März 2012
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