Bisher wusste ich nur, wo sich die Tonhalle befindet und wie sie aussieht. Von innen hatte ich Sie bis zum 31. Mai 2011 nicht gesehen. Wäre ich nicht Anfang Mai auf ein bestimmtes Plakat gestoßen, wäre dies auch so geblieben.
Als Videospiel-Fanatiker, der Pixel schon mit der Muttermilch aufgenommen hat, stach mir hier folgendes sofort ins Auge: "Musik aus: The Legend of Zelda, Pikmin, Beethoven 9.". Mensch, dass wollte ich doch mal live erleben.
Nach langem Warten ist der besagte Tag endlich gekommen. Schon vor der Tonhalle konnte man die Bässe der Taiko-Drums aus der Rotunde der Tonhalle schallen hören. Drinnen angekommen, wurden die ohnehin schon lauten Bässe um einiges intensiver und drangen durch Mark und Knochen.
Rund fünfzehn Menschen spielten auf imposanten japanischen Taiko-Drums. Die Hälfte dieser Gruppe setzte sich aus der Düsseldorfer Gruppe "Wadokyo" und der Rest aus dem Musik-LK einer Schule aus Solingen zusammen.
Abseits dieses Geschehens sorgte das Catering der Tonhalle für authentische japanische Speisen und Getränke, so konnte man Sate-Spieße mit einer Schale Reis und original japanische Limonade kaufen.
Und dann begann die Vorstellung auch direkt mit einer Uraufführung. Die Düsseldorfer Symphoniker spielten, unter der Leitung von Kevin John Edusai, die neue offizielle Hymne der 3-2-1-Ignition-Reihe. Sehr beeindruckend. Der Mittelteil ändert sich in Zukunft je nach aktuellem Thema.
Auf die Hymne folgte "The Chronicle of 3776 Meters" einem Stück von "Shin-Ichiro Ikebe", ein japanischer Komponist, der mit diesem Werk dem Mount Fuji ein ebenso erhabenes musikalisches Denkmal setzte wie eben dieser Berg hoch ist. Überbrückt wurden die musikalischen Teile durch die lockere Moderation von Michael Becker und einer Co-Moderatorin.
Wirklich klassische japanische Musik wird allerdings meistens auf einer japanischen Zither gespielt. Die Tonhalle ließ es sich nicht nehmen und lud extra für diese Veranstaltung eine Koryphäe des Kotospiels ein. "Makiko Goto" präsentierte in einen Kimono gekleidet ihre Kunst.
Im Anschluss begaben sich die Symphoniker endlich auf die – von mir so ersehnte – Reise in die Videospielwelt Japans. Die berühmten Soundtracks wurden nicht nur orchestral umgesetzten, sondern auch live über einen Beamer auf die Leinwand projiziert. Das ein Videospiel live in der Tonhalle gespielt wurde, war somit gleich die zweite Premiere an diesem Abend. So konnte man audiovisuell in die Spiele "The Legend of Zelda" oder auch "Pikmin" schlüpfen.
Besonders schön war auch die visuelle Untermalung der Musikstücke, durch selbstgemachte Trickfilme von Jugendlichen, die diese zuvor im Visualworkshop erstellt hatten. So wurden Klassik und Moderne zu einer gemeinsamen Komposition.
Kurz vor der Pause wurde auch klar, warum beim Einlass alle eine Postkarte mit einem Auszug aus Schillers "Ode an die Freude" bekamen. Kevin John Edusai und die Philharmoniker wollten nach der Pause ein Experiment wagen und mit allen Anwesenden Beethovens 9. Symphonie singen – leider hat das Üben in der Pause besser funktioniert als das eigentliche Singen in der Tonhalle. Doch da hier die Unterstützung durch einen großen Chor gegeben war, ist es nicht ganz so schlimm aufgefallen.
Die 9. Symphonie, so wurde uns erklärt, sei Japans heimliche Nationalhymne und würde jährlich von 10.000 Hobbysängern in Osaka aufgeführt. Nebenbei gesagt, ist die 9. Symphonie auch der Grund, warum die CD ursprünglich genau 74 Minuten an Musik fasste. Sonys damaliger Vizepräsident "Norio Oga" wünschte sich, dass man die Symphonie auf CD komplett und damit ohne Wechseln des Tonträgers hören konnte.
"3-2-1 Ignition: Feel East" hat meine Erwartungen voll erfüllt und noch einiges mehr geboten. So war mir vorher nicht bewusst, dass das typische "Asia-Restaurant-Hintergrund-Geklimper" eine aktiv ausgeführte Kunstform ist. Die Kombination meiner geliebten Video-Spielhelden auf der Leinwand, mit den himmlischen Tönen der Symphoniker haben mir mehr sehr gut gefallen und das scheint auch beim restlichen Publikum der Fall gewesen zu sein: Standing Ovations gab es für alle Beteiligten und das bestimmt fünf Minuten lang.
Auch wenn "3-2-1 Ignition" unter dem Label "Junge Tonhalle" läuft, war das Altersspektrum im Publikum erstaunlich breit. Von Grundschülern bis hin zu Rentnern war alles vertreten.
Das nächste Mal gibt es die 3-2-1 Ignition am 27. September 2011 um 18.00 Uhr mit dem Thema "Gut gegen Böse".
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Veröffentlicht am
17. Juni 2011
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