Zur Aprilsitzung des Düsseldorfer Jugendrats stellte das Kulturamt die Ergebnisse der durchgeführten Proberaumumfrage durch. Was ist dabei herausgekommen? Muss die Stadt mehr Proberäume errichten? Besteht der Bedarf? Den Bericht findest du hier!


Nach knapp zwei Jahren Bearbeitungszeit durch das Kulturamt wurde dem Düsseldorfer Jugendrat zur Aprilsitzung die Ergebnisse der Proberaumumfrage vorgestellt. Die Leiterin des Kulturamts stellte den rund 40 Seiten langen Bericht im Rathaus vor und verwies auf das nachweisliche Fazit der Umfrage: Es besteht, wie erwartet, ein Bedarf an Proberäumen.

Für den ersten Jugendrat war die Musikerszene ein Schwerpunktthema und Mitglieder wollten durch eine Umfrage die Proberaumsituation in Düsseldorf transparenter machen. Nachdem ein Antrag zur Befragung gestellt wurde und ein kurzer Termin im Kulturamt in Kooperation mit dem zakk stattfand, geschah zunächst nichts seitens der Verwaltung. Es gab weitere Anfragen vom Jugendrat, um den Stand der Umfrage zu ermitteln. Schließlich wurde das Ergebnis am 28. März 2011 zunächst im Kulturausschuss und anschließend im Jugendrat vorgestellt.

Die Umfrage

Die Befragung fand vom 7. Dezember 2009 bis zum 5. Februar 2010 statt. Entweder konnten Bands, die auf der Internetseite www.musikszene-duesseldorf.de registriert waren, direkt per E-Mail an der Umfrage teilnehmen oder sie füllten die Papierfragebögen aus, die im zakk und in den Proberaumbunkern verteilt wurden.

Wer die letztere Möglichkeit vorgezogen hat, konnte den ausgefüllten Bogen zurück an das Kulturamt schicken, wo diese eingescannt und anonymisiert ausgewertet wurden.

Der vierseitige Fragebogen besteht aus neun Themenblöcken:

  • Allgemeines über die Band
  • Proberaumsuche
  • Lage des Proberaums
  • Nutzung des Proberaums
  • Zustand des Proberaums
  • Mietkosten und Raumgröße
  • Sicherheit des Proberaums
  • Allgemeine Zufriedenheit mit der Proberaumsituation in Düsseldorf
  • Anregungen und Kritik

Die 25 Fragen konnten durch simples Ankreuzen oder durch Skalen mit dem Schulnotensystem vom 1 bis 6 beantwortet werden. Anschließend hatte jede Band die Möglichkeit, Anmerkungen oder Anregungen in einer offenen Frage geben.


Ergebnisse der Befragung (zusammengefasst)

Knapp zwei Drittel (65%) der befragten Bands sind mit der Proberaumsituation in Düsseldorf nicht zufrieden. Auch der Preis drückt auf die Gemüter der Bandmitglieder und über 54% drücken ihre Unzufriedenheit aus.

Anzahl der Teilnehmer

77 Bands haben sich an der Umfrage beteiligt. Das Ergebnis lässt sich wohl durch die mangelnde Werbung erklären, sodass nur wenige Bands erreicht werden konnten. Auch einige Proberaumbetreiber meinten, sie hätten keine Papierfragebögen erhalten.

Ist Lady Gaga gleich Rammstein?

80% der Bands spielen in den Musikgenres Rock/Pop/Metal und 10% sind Cover-Bands. Die Antwortmöglichkeit "Rock/Pop/Metal" würde einer ähnlichen Umfrage überwiegend angekreuzt werden, da die meisten Bands diese Stile vertreten. Eine konkretere Unterteilung hätte bessere Erkenntnisse zur Musikszene in Düsseldorf erbracht.

Die ewige Suche nach dem heiligen Proberaum

Ja, ein Proberaum kann zu einer qualvollen Odyssee für Bands werden. Das beweist auch die Umfrage des Kulturamtes: Knapp 43% der Düsseldorfer Bands sind etwa acht Monate auf der Suche nach einem Proberaum und 80% der befragten Bands haben einen, suchten jedoch durchschnittlich fünfeinhalb Monate.

Zeit ist Geld

Nachdem man endlich einen Proberaum gefunden hat, heißt das noch lange nicht, dass dieser einzig und allein der Band zur Verfügung steht: die Durchschnittsmiete (inkl. Nebenkosten) liegt bei 216 Euro im Monat. Ziemlich teuer, besonders für Jugendliche oder Newcomer-Bands und erst recht, wenn es eine vierköpfige Gruppe ist, sodass jeder rund 50 Euro im Monat allein für die Miete zahlen muss. Das ist ein Grund, warum rund zwei Drittel der Bands (64%) andere Bands suchen, mit denen die sich den Raum teilen können.

Hinzu kommen Instandhaltungs- oder Renovierungskosten, da entweder die Akustik oder die Wärmedämmung nicht ausreicht; mehr als die Hälfte der Bands (57%) setzten ihren Proberaum mit durschnittlichen Kosten von rund 600 Euro instand.

Die meisten (60%) Proberäume befinden sich in Proberaumzentren, wie in dem Werstener Bunker oder dem Konsum. Diese sind überwiegend gut sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln (77%), als auch mit PKW-Parkplätzen in der Umgebung (74%) erreichbar.

Umfrage bei Bands, die einen Proberaum suchen

Nach Angaben des Kulturamts möchte die Verwaltung verstärkt semi-professionelle Bands unterstützen, was eigentlich nicht im Sinne des Jugendrats ist. Desweiteren strebt das Amt eine weitere Zusammenarbeit mit dem Jugendrat an, um einen besseren Zugang zur Musikszene zu bekommen. Das Kulturamt führt zurzeit eine Umfrage bei Bands durch, die einen Proberaum suchen. Hier könnt ihr an der Umfrage teilnehmen.

Kritik des Jugendrats

Das genügte dem Rat nicht und Hafssa Badi hat in der Aprilsitzung ein öffentliches Hearing als Beschlussvorlage eingereicht und als Anfrage die Verwaltung aufgefordert, den Jugendrat über die zukünftige Vorgehensweise zur Proberaumsituation zu belehren.

Leider hält sich die Verwaltung bislang mit sinnvollen Ideen zurück, wenn es um eine Verbesserung der Situation geht, wohl auch wegen des Bedarfs und der damit verbundenen Kosten. Einen Trost gibt es jedoch bereits: Die Verwaltung möchte private Proberaumanbieter motivieren, neue Proberäume mit den entsprechenden Standards zu errichten. "Mittel hierfür könnten einmalig beim Produkt-Sachkonto 025 281 010 5241000 – Infrastruktur-Künstlerateliers SWD- bis zu einem Betrag von 40.000 Euro entsprechend umgewidmet werden", so in der Beschlussvorlage 41/132/2010 des Kulturausschusses.

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Veröffentlicht am 2. Mai 2011
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