Der letzte Blick ist der entscheidende im Urlaub. Sonst bleibt was liegen. In der Düsseldorfer Jugendherberge haben sich vergessene Hula-Hoop-Reifen, Socken und Laptops angesammelt. Wir haben die Fundsachen durchstöbert.


Was sollte man am letzten Urlaubstag machen? Für Joachim Langen, stellvertretender Leiter der Düsseldorfer Jugendherberge, ist die Antwort klar: unters Bett gucken. Dort verstecken sich im Hotelzimmer besonders gerne Schuhe, Pullover oder Taschen, die ihre Besitzer dann vergessen. "Die Gäste treten sie aus Versehen unter das Bett oder schieben sie mit dem Koffer dort hin", erklärt Langen. Kleidungsstücke bleiben am häufigsten liegen. Männer vergessen in der Düsseldorfer Herberge eher die einfachen Dinge: Strümpfe oder T-Shirts. Frauen eher Jacken, Blusen oder Handtaschen.

Insgesamt vergessen die Gäste allerdings nicht viel. Mehr als ein Karton im Monat ist es nie. Im Keller stapeln die Kisten. Seit August 2012. Ein Jahr lang hebt die Jugendherberge dort Handtücher, Zahnpasta-Tuben und Hosen auf. Dieser Zeitraum ist gesetzlich geregelt. Danach landen die Fundstücke im Altkleidersack. "Früher haben die Besucher mehr vergessen", erinnert sich Langen. "Damals haben wir die Fundsachen beim Tag der offenen Tür gegen Spenden abgegeben." Der letzte Basar liegt bereits sieben Jahre zurück. Der Herbergsleiter vermutet, die Gäste sind ordentlicher geworden oder die Dinge haben für sie an Wert gewonnen.

Zurück zum Besitzer

Ab und zu wundert sich Langen über die vergessenen Sachen. "Ich frage mich schon, wie man seine Brille vergessen kann", sagt er. Sogar Laptops bleiben mal in den Tagungsräumen stehen, neben Schulungs- oder Bewerbungsunterlagen. Mal vergisst wer sein Handy oder sein Ladekabel. Hula-Hoop-Reifen und Fahrradhelme bleiben liegen. Mal denkt jemand nicht daran, sein Portmonee aus dem Versteck unter der Matratze mitzunehmen. Dann klingelt in der Jugendherberge ganz schnell das Telefon an der Rezeption. "Die Gäste merken einen so großen Verlust meist schon auf dem Nachhauseweg", weiß Langen. Sie kommen dann zurück oder lassen sich die Gegenstände nachschicken. Das Porto müssen sie allerdings selber zahlen.

Doch nicht alle Fundsachen wurden vergessen, vermutet der Herbergsleiter. Wenn mal ein leerer Koffer von Gästen aus Übersee im Zimmer steht, glaub er, das Gepäck sollte reduziert werden. Mal bleiben angebrochene Cremes zurück, die nicht mehr ins Handgepäck passen. Ob Absicht oder nicht, Langen hebt alles auf – außer Dinge, die manche Junggesellenabschiede zurücklassen. "Versaute Sachen entsorgen wir direkt", sagt er. T-Shirts mit Erbrochenem, vor denen sich selbst ihre Besitzer ekeln landen im Müll.

Blickwinkel ändern

Solche Fundsachen ärgern die Putzkräfte dann doch. Alles andere wird gerne aufbewahrt. Mittlerweile kennen sie die Ecken, in denen gerne etwas übersehen wird. Nicht nur unter dem Bett bleiben Sachen liegen, sondern auch unter den Beistelltischen neben den Kopfkissen. Im Schrank im untersten Fach. Auf den Ablagen der Hochbetten. Oder unter den Matratzen. "Es hilft, den Blickwinkel zu ändern", rät Langen. Die Gäste sollten am letzten Urlaubstag nicht von oben, sondern auch mal vom Boden aus ihr Zimmer durchsuchen.

Und wenn sie ihr Bettzeug abziehen, sollten sie darauf achten, dass sie nicht gleichzeitig ihren Schlafanzug zusammenknüllen und abgeben. Der kommt dann zwar sauber und gebügelt aus der Wäscherei zurück, sagt Herbergsleiter Langer. Allerdings landet auch mal ein Portmonee zwischen den Laken. Und das nimmt für das Papiergeld kein gutes Ende.

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Veröffentlicht am 4. September 2013
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