Der Erinnerungsort Düsseldorf lädt am 10. August von 18 bis 21 Uhr zu einem Collagen-Workshop zum “Polen-Jugend-Verwahrlager Litzmannstadt” im Rahmen des Edelweißpiraten-Festivals ins Zakk ein.
Anmeldung bis 7. August über E-Mail an eva.pinosova@hs-duesseldorf.de
Der Erinnerungsort schreibt:
“Am Abend des 10. August widmen wir uns einem komplexen Thema, dass die Perspektive auf ‘Jugend während der NS-Zeit’ um einen internationalen Blick erweitern soll. Das “Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt”, in dem polnische Kinder und Jugendliche eingesperrt waren, die jüngsten waren vier Jahre alt. Ziel der deutschen Besatzer war, die deutschen Jugendlichen in “Litzmannstadt” vor angeblich “asozialen”, “herumstreunenden” polnischen Kindern zu “schützen”. Gleichzeitig nutzten sie das Lager als Druckmittel gegen polnische Widerstandskämpfer*innen. Hunderte von Kindern überlebten das wie ein KZ geführte Lager, in dem Fürsorgekräfte die Aufsicht hatten, nicht. Andere Kinder wurden nach rassistischem Auswahlverfahren Zwangsgermanisiert und in deutsche Familien adoptiert.
Das Lager war auf Anordnung der deutschen Kriminalpolizei sowie des Reichsinnenministeriums eingerichtet worden (verantwortlicher Referent war Hans Muthesius, zuständig für die Jugendwohlfahrtspflege, nach dem Krieg u. a. von 1950-1964 Vorsitzender des Vereins für öffentliche und private Fürsorge – ein “Pionier” der Sozialen Arbeit).
In dem drei-stündigen Workshop befassen wir uns mit Biografien polnischer Kinder und Jugendlicher, die von den Deutschen in das sogenannte “Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt” verschleppt und dort eingesperrt wurden.
Anhand historischer Quellen und Zeitzeug:innenberichten gehen wir der Frage nach, zu welchem Zweck die deutschen Besatzer dieses Lager errichteten, wie die Kinder und Jugendlichen dort lebten und litten und welche Folgen diese Erfahrung für ihr weiteres Leben hatte.
Der Workshop bietet zudem Raum für die gemeinsame Diskussion darüber, warum das Wissen um dieses Jugend-KZ auch heute – und vor allem in Deutschland – von Bedeutung ist. Unsere Reflexionen verarbeiten wir in Collagen. Der Workshop wird durchgeführt von Eva Piňosová und Lukas Hübner in Kooperation mit dem Erinnerungsort Alter Schlachthof und richtet sich an Menschen ab 16 Jahren.”

