Wo gibt es eine Zufluchtsstelle auch für junge Frauen, die Probleme verschiedenster Art und Ausmaßes haben, nicht mehr weiter wissen oder einfach jemanden zum Reden brauchen?
Ich traf Etta Hallenga, die in der Frauenberatungsstelle Düsseldorf für die Beratung von vergewaltigten Frauen zuständig ist.
Die „frauenberatungsstelle düsseldorf e. V.“ bietet Hilfe. Angefangen hat der Verein als eine Idee von Studentinnen der Fachhochschule Düsseldorf. Sie besuchten ein Seminar zum Thema Gewalt, das gezielte Hilfestellungen für Frauen geben sollte, die Gewalt erfahren haben. Schnell wurde ihnen bewusst, dass Frauen eine konkrete Anlaufstelle benötigten. Daraufhin mieteten die Studenten erste Räumlichkeiten am Oberbilker Markt.
Aus der Eigeninitiative der Studentinnen, wurde eine Einrichtung, die persönliche Gespräche und Krisentelefone anbot, und eine Stütze für Frauen war. Doch nicht nur häusliche Gewalt war ein Thema der Beratungsstelle. Es gab auch Frauen, die Rat zu Themen wie Missbrauch, Vergewaltigung, Diskriminierung lesbischer Frauen und Migrantinnen suchten.
Aufgrund des großen Bedarfes an Hilfe für Frauen von Frauen, wurden erste feste Arbeitsstellen eingerichtet, die anfangs mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) finanziert wurden. Und jetzt, 30 Jahre später, gibt es die Frauenberatungsstelle immer noch.
Das Private ist Politisch
Die Beratungsstelle beruft sich auf den feministischen Slogan: "Das Private ist Politisch". Denn auch heute sei es in den Köpfen weit verbreitet, sagt Etta Hallenga, dass Gewaltangelegenheiten in den eigenen vier Wänden Privatsache sind. Doch für die Frauenberatungsstelle ist Gewalt nichts Privates. Schließlich seien es Straftatbestände, die dort stattfinden, und das System, in dem wir leben, unterstütze damit, dass Männer Gewalt gegen ihre Frauen anwenden.
Frauen und Mädchen, die die Beratungsstelle aufsuchen, brauchen ihre Identität nicht preiszugeben, und die Anonymität wird auf Wunsch gewahrt. Das Angebot ist für die Betroffenen kostenlos und Minderjährige brauchen sich nicht zu sorgen, dass ihre Äußerungen und Ängste nach außen getragen oder die Eltern umgehend informiert werden. Neben einem persönlichen Gespräch ist auch eine telefonische Beratung möglich.
Die Räumlichkeiten der Frauenberatungsstelle strahlen eine beruhigende Wirkung aus und sind sowohl für Einzel- als auch für Gruppengespräche geeignet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die behindertengerechte Einrichtung, die in der kompletten Beratungsstelle geboten wird. Für Frauen, die ihre Kinder mitbringen, ist ebenfalls gesorgt. Neben dem Beratungszimmer, gibt es eine bunte und spielerisch gestaltete Spielecke.
Auch eine kleine Lektüreecke ist zu finden. Diese gibt Auskunft über die Themen der Beratungsstelle. So gibt es beispielsweise Bücher über Familienkonstellationen, die vom klassischen Familienbild abweichen und gleichgeschlechtliche Ehen oder Menschen mit verschiedenen Hautfarben präsentieren.
Hilfestellungen gibt die Beratungsstelle reichlich und begleitet Frauen in jeder Lebenssituationen. Niemand sollte sich aus Angst oder Scham abschrecken lassen, den Schritt zu tun, sich aus seiner Lage zu befreien oder sie zumindest zu verändern.
Die Beratungsstelle verkörpert Toleranz. Toleranz für Frauen jeder Herkunft, sexueller Orientierung und Problemen.
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Veröffentlicht am
9. Juli 2012
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