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"Die Maskenpflicht in der Schule läuft gut, Abstand halten nicht"

20.08.2020

Eine Maske im Unterricht zu tragen, findet Nils (16 Jahre, 11. Klasse) gar nicht so schlimm wie gedacht. Das enge Gedränge auf dem Schulhof lässt ihn aber stutzig werden. Er berichtet beim Jugendportal youpod.de, wie die ersten Schultage nach den Sommerferien für ihn an einem Düsseldorfer Gymnasium abgelaufen sind. Das Gespräch wurde von der Redaktion protokolliert und zeigt beispielhaft ein Schülerleben aus Düsseldorf:

In den Ferien erreichte mich die Nachricht, dass wir auch im Unterricht eine Maske anziehen sollen. Da habe ich mir Sorgen gemacht, wie das bloß werden wird. Aber nach den ersten Tagen finde ich, dass es erträglich ist. Also, es ist natürlich anstrengend, gerade an den heißen Tagen der ersten Schulwoche. Unter der Maske ist es warm, spätestens nach der dritten Stunde werde ich müde und träge und habe keinen Bock mehr auf Unterricht. Das ist besonders hart, weil ich beinahe jeden Tag zehn Stunden Schule habe und es nachmittags echt heiß war. Montags habe erst nach der elften Stunde aus – also um 17.40 Uhr. Davor habe ich erst sechs Freistunden, mittags geht es mit Mathe los. Für ein LK-Fach muss ich später eine halbe Stunde zu einer anderen Schule in einem anderen Stadtteil fahren. Das ist bei dem Wetter plus Maske anstrengend.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich mir die Maske schlimmer vorgestellt habe. Außerdem finde ich das Tragen sinnvoll.

Okay, es war nicht fair, als wir alle mit Maske vor uns hinbrüteten und eine Lehrerin vorne ohne Maske Wasser trank und meinte, es sei ja ganz schön heiß. Wir dürfen nicht im Unterricht trinken, sondern nur in der Fünf-Minuten-Pause. Dann gehen wir nach draußen, nehmen die Masken ab, essen, trinken und kehren zurück. Andere Lehrer*innen sind sehr solidarisch mit uns Schüler*innen. Sie tragen eine Maske, obwohl sie es nicht müssen und sagen: "Wenn ihr eine tragen müsst, dann trage ich auch eine."

Alle Schüler*innen halten sich an die Maskenpflicht. Wer sie mal falsch auf hat, den weisen andere daraufhin, und er zieht sie sofort richtig an. Bei uns an der Schule ist Händewaschen und Desinfektionsspender Benutzen freiwillig. Viele Schüler*innen machen das aber regelmäßig. Die meisten halten sich auch an den Rechtsverkehr in den Fluren. Nur die Fünft- und Sechstklässler halten sich nicht immer daran. Ich glaube, sie verstehen das noch nicht wirklich. 

Auch in der großen Pause läuft es nicht so ideal. Alle Klassen haben zeitgleich Pause. Abgegrenzte Bereiche für die einzelnen Klassen oder Stufen gibt es nicht. Wenn es gongt, stürmen alle Schüler*innen zu dem einen Eingang und quetschen sich durch eine Tür. Wenigstens müssen wir in der großen Pause eine Maske tragen. Am ersten Schultag nach den Ferien war es noch unverständlicher: Zahlreiche Schüler*innen fielen sich beim Wiedersehen um den Hals oder gaben sich die Hände. 

Ich selbst versuche, mich an alle Regeln so gut es geht zu halten. Ich finde, Schüler*innen haben jetzt die größte Verantwortung dafür, dass die Schulen so lange wie möglich auf bleiben können. Obwohl die Schulöffnung meiner Meinung nach schon eine unsinnige Idee war. Und ich gehe davon aus, dass sie bald wieder schließen müssen. 

Ein komisches Gefühl in der Schule oder sogar Angst habe ich aber nicht. Bedenken verdränge ich. Es fühlt sich nach einem ganz normalen Schulalltag an. Gut, Sport soll draußen stattfinden. Wie, wissen wir noch nicht. Und der Schulchor findet erst mal nicht statt. Die größte Einschränkung für mich ist, dass unsere Abschlussfahrt abgesagt werden musste. Die hätte jetzt in der 11. Klasse stattfinden sollen. Das finde ich sehr schade. 


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