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Trotz Corona: Tipps für effektives Lernen und einen geregelten Alltag

27.03.2020

Wegen des Corona-Virus' verbringen viele von euch aktuell mehr Zeit zu Hause als sonst. Der Schulstart wurde verschoben, aber die Schulen öffnen schrittweise wieder. Auch das Abitur findet statt. Deshalb ist es wichtig, sich effektiv darauf vorzubereiten. Es ist aktuell leicht, sich einfach zurückzulehnen und den ganzen Stress zu vergessen - aber das ist auf Dauer nicht sinnvoll. Ein geregelter Alltag und Ausgewogenheit ist für ein gesundes und erfülltes Leben wichtig. Gerade jetzt, wenn man isoliert von anderen Menschen ist.

Wie könnt ihr also jetzt eure Tage sinnvoll strukturieren und das Beste aus ihnen rausholen? Und wie funktioniert effektives Lernen von zu Hause aus? Wir haben uns mit zwei Experten für euch darüber ausgetauscht.


Struktur in den Alltag bringen

Wie kann ich meinen Alltag sinnvoll strukturieren? Das ist eine Frage, die sich aktuell viele stellen - und es ist auf jeden Fall leichter gesagt als getan. Wichtig ist, bestimmte Zeiten einzuhalten. Dadurch allein bekommt ihr schon eine Routine. Überlegt euch, wie der Alltag vor der Corona-Pandemie aussah. Morgens zur Schule, danach zum Sport, und abends noch was mit Freund*innen machen? Jetzt ist es natürlich schwieriger, solche Reihenfolgen einzuhalten. Deshalb könnt ihr euch überlegen, wie ihr das, was ihr vorher gemacht habt, von zu Hause aus weiterführen könnt. Also stellt euch Fragen wie: "Wie sah damals der Alltag aus?" und "Wie kann ich daran anknüpfen?“

Einen Zeitplan erstellen

Nicht alle Menschen sind gleich. Deshalb kann ein guter Zeitplan für jeden von euch anders sein. Simone Jawor-Jussen ist Bildungsberaterin und weiß worauf es bei der Erstellung eines guten Zeitplans ankommt: "Wichtig ist zu wissen: Was möchte ich und was muss ich in der Woche oder heute bewältigen und welche Aufgaben stehen an?" Bleibt dabei aber immer realistisch! Nehmt euch also nicht zu viel vor, wenn ihr wisst, dass ihr da nicht hinterherkommt.

Nachdem ihr euch das überlegt habt, ist es wichtig, auch grundlegende Dinge mit einzuplanen, also sowas wie: aufstehen, essen, duschen und so weiter. "Es geht in erster Linie darum, funktionale Strukturen aufzubauen und beizubehalten - sowas wie Wecker stellen und aufstehen, Hygiene, Haushalt." sagt Mike Theisen von der Jugendberufshilfe Düsseldorf. Wenn ihr auch solche Tätigkeiten mit in den Zeitplan aufnehmt, fällt es euch leichter, diese abzuhaken. Das sind bestimme Themen, die sowieso den Alltag strukturieren. 


Für die Erstellung eines Zeitplans gilt:

  1. Entscheidet euch für Ziele, die ihr am Tag erreichen wollt. 
  2. Schreibt sie auf.
  3. Denkt darüber nach, was ihr am Tag sonst noch alles machen wollt (zum Beispiel den Hobbys nachgehen, Spiele spielen oder Netflix schauen) und was ihr sonst an Aktivitäten macht (zum Beispiel essen).
  4. Schreibt auch diese Sachen auf.

Wenn ihr eure Ziele und Tätigkeiten für den Tag oder die Woche aufgeschrieben habt, könnt ihr sie in einem Zeitplan sortieren. Denkt darüber nach, welche Reihenfolge am meisten Sinn ergibt. Vielleicht solltet ihr nicht unbedingt vor dem Home-Workout duschen oder direkt nach dem Aufstehen lernen. Orientiert euch an eurem sonstigen Alltag, dann ergibt so etwas Sinn wie:

  • aufstehen - frühstücken - duschen - lernen - Pause - lernen - Sport - essen - Freizeit - …
  • Denkt auch immer daran, Pausen mit aufzuschreiben!

Wenn ihr euch an den Zeitplan längerfristig halten wollt, müsst ihr diszipliniert an die Sache rangehen. "Kontrolle und Nachjustierung" sind laut Theisen dabei wichtig. Das bedeutet, dass ihr den Plan verändern könnt, wenn euch etwas nicht passt. Oder ihr fragt zum Beispiel eure Geschwister, ob sie euch helfen können den Plan einzuhalten: Sie kontrollieren dann eure Aktivitäten. 

Die Kunst des Lernens

Neben der Alltagsorganisation ist es gerade für Schüler*innen von Bedeutung, effektiv zu Lernen. Ihr kennt bestimmt die Aussage "Man muss erstmal lernen, zu lernen". Reflektiert, wie ihr vorher gelernt habt. Wenn ihr euch beispielsweise nach der Schule in Lerngruppen verabredet habt, muss das nicht ausfallen. Online gibt es zahlreiche Möglichkeiten dafür.

Das Schwierigste beim Lernen ist meistens der Anfang, das sagt auch Simone Jawor-Jussen. Sie arbeitet im Studierendenservicecenter der Heinrich-Heine-Universität. Dort unterstützt sie Jugendliche dabei, den passenden Weg für sich zu finden. Sie meint: "Ein wichtiger Teil des Lernens liegt definitiv in der Vorbereitung. Das heißt: Einen Überblick verschaffen. Was ist der Lernstoff? Was habe ich alles an Material vorliegen?" Somit könnt ihr euren Arbeitsplatz entsprechend einrichten und alles, was irgendwie ablenkt, aus dem Weg räumen. Das Handy mit WhatsApp und Instagram direkt neben dem Buch liegen zu haben, ist vielleicht nicht die beste Idee. Schaltet auch den Fernseher oder Netflix aus, und achtet darauf, dass euch andere Menschen nicht ablenken oder stören.

Lerntechniken

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, sich Dinge anzueignen oder Sachen (auswendig) zu lernen. Einige Beispiele:

  • Konzentrationsphasen: Lernt 25 Minuten am Stück und hoch konzentriert, und macht dann fünf Minuten Pause, in der ihr euch kurz bewegt. Das Ganze vier Mal. 
  • Memorisierungstechniken: Nehmt euch Karteikarten zur Hilfe, um Sachen auswendig zu lernen. Diese könnt ihr auch in der ganzen Wohnung verteilen und zum Beispiel im Bad aufkleben, um euch immer wieder daran zu erinnern.
  • Nicht durchlesen, sondern anhören: Ihr lest laut vor, was auf eurem Lern-Material steht und nehmt dies auf. Danach könnt ihr euch das Vorgelesene immer wieder anhören. Der Vorteil dabei ist, dass ihr erkennt, was ihr noch besser lernen müsst. 

Die Sichtweise verändern 

Zu Hause bleiben ist langweilig? Dann könnt ihr versuchen, eure Sichtweise zu verändern. Viel Zeit alleine und isoliert zu verbringen, kann viele neue Möglichkeiten bieten, die euch vielleicht vorher noch nicht so bewusst waren. Ihr könnt über euch selbst nachdenken und euch in der Zeit zu Hause viel besser kennenlernen. Ihr solltet das ganze als Chance sehen. Das findet auch Jawor-Jussen: "Wichtig ist, sich nochmal klar zu machen, dass das Zeit ist, die einem geschenkt wurde." Liegt ihr bis mittags im Bett rum? Dann fühlt ihr euch bestimmt oft träge und unproduktiv. "Und Menschen wollen sich sinnvoll fühlen und ein sinnhaftes Leben führen", sagt Jawor-Jussen. 

Vieles ist Einstellungssache. Das sagt auch Mike Theisen von der Jugendberufshilfe: "Sofern man Krisen auch als Chancen begreifen kann, eröffnet sich den Jugendlichen im Prinzip auch die Chance, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen." Diese Eigenverantwortung könne auch eure soziale Kompetenz verbessern - es fängt also oft mit der richtigen Einstellung an. Außerdem werdet ihr in der Zukunft immer wieder in Phasen kommen, die man so nicht vorhersehen konnte. Die Zeit zu Hause jetzt sinnvoll zu nutzen, kann also für später eine gute Vorbereitung sein.

Persönliche Weiterentwicklung ist wichtig - aber achtet auch immer auf euer seelisches Wohlbefinden. Den Alltag zu strukturieren und geregelter zu Lernen ist zwar oft nicht ganz einfach, aber mit der richtigen Herangehensweise seht ihr schnell Erfolge.

>>> Viele Tipps und Links zu Lernhilfen und Klausurvorbereitungen, aber auch Freizeit-Tipps in Corona-Zeiten findet ihr bei youpod.


+++ Infos, Tipps und Links zum Corona-Virus findest du im Special youpod.de/corona +++


von Delbi

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