Über 100 Bewerbungen aus ganz Deutschland – und nur sieben wurden ausgewählt. Beim Theatertreffen der Jugend 2026 ist auch eine Produktion aus Düsseldorf dabei: “Apollon – Stop tryna be God” von der Gruppe waltraud900 am Forum Freies Theater (FFT).
Das Festival gilt als eines der wichtigsten bundesweiten Treffen für junge Theatermacher*innen und findet vom 30. Mai bis 6. Juni 2026 in Berlin statt. Für viele ist die Einladung ein großer Schritt – und eine Chance, die eigene Arbeit über die Region hinaus zu zeigen.
Worum es beim Theatertreffen geht
Insgesamt hatten sich 103 Ensembles aus allen 16 Bundesländern beworben. Eine Fachjury wählte daraus zunächst 16 Produktionen aus und entschied sich am Ende für sieben Inszenierungen, die nach Berlin eingeladen werden.
Die ausgewählten Stücke zeigen, womit sich junge Menschen aktuell beschäftigen. Themen wie Identität, Social Media, Migration, Klimakrise oder mentale Belastung ziehen sich durch viele Arbeiten. Es geht um Fragen wie: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Und welche Rolle spiele ich in einer Welt, die sich ständig verändert?
Auch gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Machtverhältnisse oder Erinnerungskultur werden verhandelt – zum Beispiel durch Auseinandersetzungen mit historischen Figuren wie Anne Frank oder mit aktuellen Fragen zu Männlichkeit und Rollenbildern.
Theater, aber anders
Die Produktionen sind dabei oft alles andere als klassisches Theater. Auf der Bühne treffen Performance, Tanz, Musik, Video und dokumentarische Elemente aufeinander. Viele Gruppen arbeiten kollektiv, schreiben eigene Texte und entwickeln ihre Stücke gemeinsam.
Auffällig ist auch: Viele Projekte suchen bewusst den Austausch mit dem Publikum oder arbeiten inklusiv und intergenerational. Es geht also nicht nur ums Zuschauen, sondern auch ums Mitdenken und Mitfühlen.
Warum das wichtig ist
Das Theatertreffen der Jugend gibt es seit 1979 und versteht sich als Plattform für junge Perspektiven. Hier geht es nicht nur darum, “gutes Theater” zu zeigen, sondern darum, was junge Menschen beschäftigt – und wie sie ihre Themen künstlerisch ausdrücken.
Für die eingeladenen Gruppen bedeutet das Festival nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Austausch: Neben den Aufführungen gibt es Workshops und Gespräche, bei denen sich die Teilnehmenden weiterentwickeln und vernetzen können.
Düsseldorf in Berlin vertreten
Dass mit „Apollon – Stop tryna be God“ auch eine Produktion aus Düsseldorf dabei ist, zeigt, wie präsent die freie Szene der Stadt inzwischen auch überregional ist.
Der genaue Spielplan wird Ende April veröffentlicht, Tickets gibt es ab Anfang Mai.

